Die Ursprünge

Das natürliche Bedürfnis des Menschen, seine freie Zeit und vor allem seine religiösen Feste mit den Klängen von Stimmen und Instrumenten zu verschönern, war wohl schon immer vorhanden; es ist nicht zuletzt ein Merkmal unserer abendländischen Kultur. Mit Beginn der Christianisierung wurde der Ablauf eines Jahres mehr und mehr von den regelmäßig wiederkehrenden kirchlichen Festen bestimmt; sie waren Höhepunkt und Zeitmaß zugleich. Anscheinend wurde es als Bedürfnis empfunden, den Sängerchor und das singende Volk durch Instrumente zu unterstützen; so hielt die Orgel ab dem zehnten Jahrhundert Einzug in vielen christlichen Kirchen. Wann in Unterthingau zum ersten Mal eine Orgel ertönte, kann heute nicht mehr gesagt werden.

Spätestens zu Beginn des 18. Jahrhunderts jedoch begleitete sie die kirchlichen Feste in der "Löblichen Pfarrkirch' St. Nicolai zu Unterthingau".

Am Fest "Corpus Christi" des Jahres 1733 wird zum ersten Mal erwähnt, dass "Musicanten" als Lohn für ihr Spiel ein Mahl "verzöhren" durften, welches die Kirche bezahlt hat.